Der Flugplatz in Vitacura

Alle hier gemachten Angaben sind als persönliche Hinweise von mir zu verstehen! SelbstverstÀndlich erheben sie keinen Anspruch auf Richtigkeit oder VollstÀndigkeit. Belastbare Infos gibt es auf der Homepage des Segelflugvereins: Club de Planeadores de Vitacura

Gerne nehme ich auch Updates entgegen, falls sich Dinge geÀndert haben sollten.

FlugplatzgelÀnde

Blick aus Norden


Blick aus SĂŒden


Abgestellte Flugzeuge


Der Platz ist recht schmal. Daher mĂŒssen gelandete Maschinen sofort aus der Bahn. Der Transport am Boden ist mit der eigenen Schleppstange und den Flugplatzfahrzeugen möglich. Die muss man selber fahren, aus versicherungstechnischen GrĂŒnden. Abends rollt man meist bis an den Abstellplatz.

Landungen nach Sonnenuntergang sind verboten, was wohl mit Search and Rescue zusammen hĂ€ngt. FĂŒr die Vereinsmitglieder gelten sogar strengere Regeln.

Platzrunde

Der Platz liegt aus flugsicherheitstechnischem Blickwinkel sicher nicht optimal. Eingeklemmt zwischen der Autobahn im SĂŒden und Osten, der Hauptstrasse im Norden und einer Tankstelle im Westen, fĂŒhrt sie Platzrunde mitten ĂŒber Santiago. Kurz vor dem Aufsetzen fliegt man meist noch durch die Turbulenzen des Flussbettes und knapp ĂŒber ein großes Autobahnschild. Daher liegt die Touch-Down-Zone auch etwas weiter in den Platz hinein, um zu tiefe AnflĂŒge zu unterbinden.


Platzrunde auf die Piste 25


Der Flugweg ist peinlich genau vorgegeben und wird auch von allen Piloten ziemlich exakt eingehalten. Dazu wird man vor dem ersten Start ausfĂŒhrlich im BĂŒro gebrieft. Es sollen an allen Stationen der Platzrunde bestimmte Höhen nicht unterschritten werden. Diese ganzen Vorgaben sind ausgesprochen sinnvoll, denn der Anflug ist spannend. Aber auch die Optik ist ziemlich beeindruckend, so tief ĂŒber der Stadt. Und wenn man die ersten Landungen hinter sich hat, fĂ€ngt man an, das ganze richtig zu genießen.

Flugplatzumgebung

  • ein SPOT ist Vorschrift (und sehr sinnvoll)
  • am Manquehue (Hausberg) herrscht Linkskreisgebot
  • Am Hausberg Linkskreisgebot

  • Nach einem regulĂ€ren F-Schlepp oder kurzen Motorlauf ist man am Manquehue. Dort sollte man mind. Gipfelhöhe erreichen (1700 mNN) um sich nach Norden vorzutasten.
  • Erweiterter Platzbereich nach Norden

  • Abends, von SĂŒden kommend, auf den stark frequentierten Flugplatz Tobalaba in Santiago achten. Unbedingt die vorgeschriebene (Ost)Route ĂŒber den San RamĂłn nehmen anstatt direkt ĂŒber die Stadt nach Vitacura anzustechen
  • Von SĂŒden kommend Tobalaba umfliegen

  • WaldbrĂ€nde in der KĂŒstenregion sind eine echt unangenehme Kiste, da die Landung in Vitacura dadurch manchmal unmöglich ist. Ausweichplatz ist dann Chicureo im Norden
  • Extrem schlechte Sicht durch hereinschwappende Pazifikfeuchte ist abends recht hĂ€ufig anzutreffen, aber diese ist, im Vergleich zum Waldbrand, ziemlich harmlos. Auch wenn man in den ersten Tagen etwas schluckt, und sich ĂŒber sein Navi freut ;-)

Start

FĂŒr mich persönlich ist der Start in Vitacura die unangenehmste Flugphase. Man sollte sich nichts vormachen, der Platz liegt urban. Mögliche LandeflĂ€chen bei einem Seilriss oder Motorproblem sind rar gesĂ€t und fĂŒr deutsche VerhĂ€ltnisse verdammt rustikal.
Immer wieder wird das Flussbett als NotlandeflÀche genannt. Es gibt auch unfallfreie Beispiele von Notlandungen dort. Ich habe vor allem von einer Blaniklandung gehört, die komplett problemlos verlief. Allerdings ist es wohl etwas anderes, ob ich mit einem Blanik oder mir einem vollgeladenen 18-Meterflieger in so ein Flussbett muss.

NotlandeflÀchen im Startlauf


NotlandeflÀchen auch in der Ebene


Ich persönlich folge immer der selben Reihenfolge, was die Analyse im Start angeht:

  1. Nach dem Abheben gibt es ein paar weinige Sekunden, in denen wirklich nur das Flussbett erreichbar ist. Zumindest mit dem Ventus. Die DGs haben hier eindeutige Vorteile

    Das Flussbett

  2. Schon nach wenigen Sekunden ist aber der Blick auf die Polofelder links voraus frei. Diese sind gerade so groß genug. Allerdings nur, wenn keine Pferde dort unterwegs sind. Dann gilt absolutes Landeverbot! Leider sind die eigentlichen Felder auf dem Foto nicht zu sehen, liegen aber direkt links neben der gĂŒnen WiesenflĂ€che.

    Polofelder

  3. Man fliegt geradeaus auf einen kleinen BergrĂŒcken zu. Kurz bevor man diesen erreicht, ist rechts ein Durchgang in die Ebene. Gut, an der AutobahnbrĂŒcke zu erkennen. Dieser Durchlass heisst Piramide, warum auch immer. Wenn in dieser Phase etwas schief geht, kann man in das ca. 100m tiefer liegende GelĂ€nde gleiten, dort gibt es ein paar Felder. Ich betrachte die Situation hier aus der Lage eines Eigenstarters mit stehendem Motor. Bei einem F-Schlepp ist hier auch schon an eine Umkehrkurve zu denken. Mit einem stehenden Motor kĂ€me man aber wohl nicht zum Flugplatz zurĂŒck.

    Piramide

  4. Dann geht es weiter ĂŒber den BergrĂŒcken, Richtung San CristĂłbal, der bei intakter Brise schön trĂ€gt.

    San CristĂłbal

  5. Weiter als fĂŒnf Kilometer sollte man nicht Richtung Westen fliegen, sondern wenden und dem Höhenzug zurĂŒck und rauf zum Manquehue folgen. Zu frĂŒh (und tief) sollte man aber auch nicht in den Quer- bzw. Gegenabflug gehen, denn dies Ă€rgert wohl die Anwohner in Vitacura, nördlich des Platzes.